Konzert in Basel am 13. Mai 2007;
J. Haydn "Die Schöpfung"
Ankündigung in der Baslerzeitung vom 10. Mai 2007:
Haydns "Schöpfung" mit Cantus Basel
HIT. Als Haydn die phänomenale Erschaffung der Welt in Töne setzte,
schuf er eines seiner erfolgreichsten Werke. Der Chor Cantus Basel
unter Walter Riethmann und das Consortium Musicum interpretieren die
"Schöpfung" gemeinsam mit den Solisten Maria C. Schmid, Simon Witzig
und Marc-Olivier Oetterli.
Basellandschaftliche Zeitung vom 16. Mai 2007
Mit vollem Klang
Von Paul Schorno
KLASSIK Haydns «Schöpfung».
Erst vor wenigen Tagen erklang in Basel Joseph Haydns populärstes Werk,
sein Oratorium «Die Schöpfung». Nun erklang es erneut: In der sehr gut
besuchten Martinskirche musizierte das 1999 von Walter Riethmann
gegründete Berufsorchester Consortium Musicum, dirigiert von seinem
Gründer.
DEN VOKALEN PART
bestritt Cantus Basel, ein Konzertchor dessen Wurzeln bis ins Jahr 1826
und zum traditionsreichen Basler Männerchor zurückgehen. Bei den drei
Gesangssolisten berücksichtigte man Künstler mit voluminösen, reifen,
in Ausdruck und Gestaltung tragfähigen, souveränen Stimmen. Es waren
dies die Sopranistin Maria C. Schmid, der Tenor Simon Witzig und der
Bariton Marc-Olivier Oetterli, die raumfüllend Haydns melodische
Klangfülle ausbreiteten. Von der ersten Aufführung dieses Chorwerkes am
19. März 1799 ist ein volkstümlicher Bericht erhalten, in dem es heisst
«... was mir gar gut gfalln hat, es ist hoch geschriebn, und doch
verständlich dabei.» Womit das Geheimnis des ungebrochenen Erfolges
dieser «Schöpfung» auf einen schlichten Nenner gebracht worden ist.
Selbst von Napoleon Bonaparte ist ein Kommentar überliefert. Nach der
Pariser Erstaufführung stellte er fest: «Der Triumpf der Ordnung war
gewaltig!»
GEMEINT WAR und ist,
dass vor jener Ordnung, die mit dem Licht der Vernunft, der
«Aufklärung», eintrat, das Chaos herrschte. Was der Komponist in seiner
musikalischen Umsetzung als Einleitung an den Beginn des dreiteiligen
Werkes stellte. Der Zuspruch und der Applaus der Konzertbesucher bei
der Wiedergabe in der Martinskirche demonstrierten die Zufriedenheit
mit dem Gehörten. Dirigent Walter Riethmann leitete die Aufführung mit
Sorgfalt und Umsicht, extreme
Ausgestaltungen strebte er nicht an.
Der Chor verstand es, differenziert, in der stimmlichen Balance nicht
durchwegs ausgewogen, den Stimmungsgehalt des Werkes zu konkretisieren.
Szenengerecht prononciert steuerte das Orchester einen sicheren Kurs,
was kleine Unebenheiten (bei den Tempi) nicht ausschloss. Stützend war
Andreas Schönenbergers Spiel am Hammerklavier.