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Plakat Perosi und Verdi

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Lorenzo Perosi - nicht einmal den Eingeweihten bekannt: Wer einen Musikinteressierten nach Lorenzo Perosi fragt, wird kaum eine Antwort erhalten, denn sein Name ist ausserhalb von Italien weitgehend unbekannt geblieben. Genau das macht ihn für Cantus Basel zum richtigen Komponisten, den wir zusammen mit unserem Partnerchor Cantus Zürich in zwei Konzerten in Basel und in Zürich vorstellen wollen.
Soviel sei verraten: Lorenzo Perosi, 1872 in Tortona geboren, studierte am Konservatorium Mailand und wurde mit 18 Jahren Organist an der berühmten Abtei von Montecassino. Später war er Chorleiter an der Markuskirche in Venedig und wirkte danach bis zu seinem Tod im Jahre 1956 als musikalischer Leiter an der Sixtinischen Kapelle in Rom.
Perosi und Opern? Unberührt von der in Italien herrschenden Begeisterung für die Oper komponierte Perosi ausschliesslich geistliche Musik, damals fast ein Unikum. "Transitus animae" wurde erstmals 1907 aufgeführt. Anders als die nach frühem Verdi klingenden Chorwerke des Zeitgenossen und Opernenthusiasten Giacomo Puccini klingt Perosi nun wirklich nach Verismo; aber auch zu Wagner und Gustav Mahler ist es nicht weit.

Giuseppe Verdiund die Kirche: Den glühenden Patrioten hinderte nur schon der Gegensatz zwischen dem päpstlichen Kirchenstaat und dem Ringen der Italiener um einen geeinigten Staat an einer eingehenden Beschäftigung mit geistlicher Musik. Dennoch: Verdi fand gegen Ende seines Lebens zu einem ethisch fundierten Christentum (auch seine Lebensgefährtin Giuseppina Strepponi soll an diesem Wandel nicht unwesentlich beteiligt gewesen sein). Frucht dieser inneren Wandlung sind die zwischen 1886 und 1897 entstandenen "Quattro pezzi sacri". Sie verfeinern den Stil des früher geschriebenen Requiems zu einer entrückten Klarheit. Auf ein a cappella gesungenes "Ave Maria" folgen das "Stabat mater" für vierstimmigen Chor und Orchester, die "Lobgesänge auf die Jungfrau Maria", wiederum a cappella, nach einem Text von Dante und schliesslich das grossartige "Te Deum" für Doppelchor und grosses Orchester.

Walter Riethmann